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02.04.2020

Karpfenroulette – Hopp oder Top!

Wohl jeder kennt den Satz „Nichts geht mehr!“ beim Roulette. Die darauffolgenden Augenblicke entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Glücksspielers. Auch beim Karpfenangeln dreht Fortuna am eigenen Rad. Hier sitzen wir zwar nicht am Spieltisch, sondern an unserem Zielgewässer. Wir brauchen uns auch keine Sorgen zu machen, ob die Roulettekugel nun die richtige Zahl trifft. Wir müssen andere Einsätze bringen, um einen dicken Karpfen an die Angel zu bekommen. Damit Sie keine Nullrunde drehen, geht es um das richtige Vorfach, die Auswahl eines erfolgreichen Köders und die alles entscheidende Montage. 

 

Aus meinem Erfahrungsschatz möchte ich Euch heute einige wertvolle Tipps geben. 

 

Im letzten Spätsommer entschied ich mich mal wieder für eine Karpfensession. Fantastisch! Die Session fand an einem kleinen Gewässer mit einem dichten Karpfenbestand statt. Doch selbst, wenn es einen solch guten Karpfenbestand gibt, kleine Dinge entscheiden beim Karpfenangeln oft über Gelingen oder Scheitern. 

 

Die Montage 

 

Der allererste Power-Tipp von mir: Hören Sie auf Ihre eigene Stimme und schenken Sie sich Vertrauen, bei allen Fragen rund um die Karpfenangelei. Damit haben Sie schon die Hälfte gewonnen. Ich zum Beispiel hatte mich für eine sehr einfache, aber äußerst effektive Montage entschieden. Dazu gehörte ein Stück Rigtube auf die Hauptschnur, ein Inline-Blei, ein Vorfach mit einer Shrinktube über dem Hakenöhr und zu guter Letzt ein Anti-Tangle-Schlauch. Ich habe diese Montage zuvor bereits an vielen Orten verwendet und sie hat mich bis jetzt nie hängen gelassen. Als Leckerbissen habe ich Beer & BBQ Boilies und Red Monsters Boilies von Radical verwendet – was will ein Karpfen mehr. Das die Murmeln bestens liefen, sieht man hier am Ergebnis. 

 

Der Ansatz

 

Beim Angeln in kleineren Gewässern ist der genaue Angelplatz natürlich weniger wichtig als in großen Gewässern. Trotzdem bin ich ohne Zweifel, dass die sorgfältige Platzwahl auch in überschaubaren Gewässern Ihnen mehr Fische bringen wird! Vielleicht denken Sie, dass der Fisch in einem kleinen See früher oder später sowieso auf Ihren Köder stößt? Da kann ich Ihnen zustimmen, die Frage ist nur, „wann“ sie das tun.

 

Indem Sie den Köder gleich an der richtigen Stelle anbieten, sind Sie nicht auf die umherziehenden Fische angewiesen, die ihre Happen irgendwann finden. Sie fischen von vornherein dort, wo sich hungrige Fische vermutlich ohnehin bereits aufhalten. Oft findet man solche Zonen in kleineren Seen an den tieferen Stellen oder dort, wo die Karpfen irgendeine Art Schutz finden. Unter dem Strich bleibt aber der Vorteil der Fischerei an kleineren Seen, da diese sehr übersichtlich sind und die in Frage kommenden Plätze schnell kartiert werden können.

 

Kartierung des Wassers ohne Boot

 

Wenn Sie zum Beispiel kein Köderboot besitzen, keine Sorge. Unregelmäßigkeiten im oder am Wasser wie überhängende Trauerweiden, Sträucher, Dämme oder irgendwelche Stege sind meist einfach auszumachende Orte, an denen ein Versuch erfolgversprechend ist. Wenn Sie dennoch gezielt die tieferen Stellen eines Sees suchen möchten, ohne dafür ein Boot benutzen zu können – weil es nicht vorhanden oder auf dem betreffenden Gewässer verboten ist, können Sie auch eine Marker-Rute verwenden. Der Vorteil der Verwendung einer Marker Rute besteht darin, dass Sie genau an der ausgemachten Stelle mit dem Zielpunkt Marker-Pose anfüttern können. Anschließend nehmen Sie diese Lot-Rute einfach aus dem Wasser, so dass sie nichtmehr am Futterplatz steht und dadurch eventuell Karpfen verschreckt.

 

Und noch ein Tipp!

 

Als letzten Tipp möchte ich Ihnen mit auf dem Weg geben, dass es immer ratsam ist, eben keine großen Fütterungskampagnen in solchen, kleineren Gewässern zu eröffnen. Es mag verführerisch erscheinen, aber dieser Fehler wird immer wieder gemacht und das ist sehr schade. Wie bereits erwähnt, habe ich Boilies als Hakenköder verwendet, von denen ich zu Angelbeginn gerade einmal 100 Gramm pro Rute lose dazu gefüttert habe. Eine Alternative zum Zwecke des Appetitmachens wären Pellets. Sie sorgen für Abwechslung und geben vor allem im Sommer schneller einen verlockenden Duft ab als Boilies. So oder so, selbst mit den sparsamen Freigaben locken Sie die Fische zuverlässig an Ihre beangelte Stelle. Immer daran denken, dass Sie den Fisch locken und nicht mästen wollen.

 

Den Wetteinsatz haben Sie, liebe Karpfenangler, jetzt selber in der Hand, um den langfristigen Gewinnchancen ein wenig nachzuhelfen. Hopp oder Top? Es bleibt spannend... 

 

Euer Toby Beeloo