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03.09.2019

Beerige Beißzeit am Balkan

Kroatien – das Land der Tausend Inseln. Lange Sandstrände, weiße Kieselbuchten, Baden im blauen Meer. Seit vielen Jahren angele ich in diesem Paradies. Aber nicht das Meer mit seiner Artenvielfalt treibt mich an, sondern vielmehr die Suche nach den „goldenen Schuppen“ in den Süßgewässern des Landes.

 

In diesem Jahr hatte ich ein neues Gewässer auserkoren. Ob sich dort ungewöhnlich große Karpfen aufhalten würden... – ich hatte keine Ahnung. Aber mein Bauchgefühl sagte mir: „Versuche es dort!“ Die letzten 15 Jahre beangelte ich immer wieder verschiedene Gewässer, die die Benutzung von Boot, Echolot etc. erlaubten. Hier wurde ich jedoch aufgefordert umzudenken und damit auch mein Tackle umzustellen. Es galt, ohne Boot und Echolot die Fische zu finden und auch das Futter mit Rute und anderen Hilfsmitteln auszubringen. Anfangs war dies nicht einmal so einfach, da wir von Distanzen von weit mehr als 100 Metern reden.

 

Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich ausgesprochenes Glück hatte: Ich knüpfte zugleich Kontakte am See, die sich mittlerweile in den letzten Monaten zu tollen Freundschaften entwickelt haben. Ich erhielt dadurch eine enorme Unterstützung und konnte mein Wissen, was das Angeln vom Ufer aus angeht, außerordentlich vertiefen. Ein jeder Hunter sollte diese Angelmethode einmal in seinem Leben ausprobiert haben. Ist die passende Location gefunden, geht man der Sache auf den Grund. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nun kommt die Markerrute zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe wird der Gewässerboden erkundet.

 

Natürlich sollte man im Vorfeld wissen, wie sich die Rute zwischen Stein, Schlamm und Sand anfühlt. Ist die Nuss erst geknackt und man beherrscht dies, so ist nur mehr das Thema „Distanz“ der Auftrag. Man sollte eine Distanz finden, die mittels Wurfrohr oder Futterrakete noch befüttert werden kann. Es bleibt wirkungslos, wenn man einen vermeintlichen Hot Spot auf 150 Metern ausgemacht hat, aber nur 110 Meter füttern kann.

 

Hat man diese wichtigen Eckdaten für seine persönlichen Möglichkeiten abgeklärt, steht dem Angeln an solchen Gewässern nichts mehr im Wege. Als Futter verwendete ich aus der Radical Boilie Range unsere Sorten „Beer & BBQ“, „Yellow Zombie“ und meine neue Liebe das „Punky Monkey+“. Die Wald-Erdbeeren- und Bananen-Mischung schien den „Cro Carps“ besonders zu schmecken und sie stillten ihren Hunger konsequent.

 

In der Zwischenzeit bin ich auf dem besten Wege, mich an die 150 Meter Marke heranzutasten. Mit der neuen Radical Long Range Rute in 12“ (3,60 Meter) Länge und mit 3,5lbs Testkurve, die ich in der Testphase schon an ihre Grenzen gebracht hatte, schaffe ich es, konstant und gezielt Fische aus hoher Distanz zum Landgang zu überreden.

 

Anfang Juli konnte ich mich noch einmal selbst davon vergewissern. Nur zu gern lasse ich Euch an meinen Erinnerungen teilhaben. Ich saß auf einen mir bekannten Swim und wusste, die nächsten Tage werden Hardcore. Tagelanges Füttern auf Distanz grenzt schon an Hochleistungssport. Schnell war ein kleines Plateau auf 133 Meter lokalisiert und für gut befunden. Es war nicht der wahnsinnige Tiefenunterschied, der den Platz attraktiv machte, aber der Untergrund wechselte von Schlamm auf Sand – immer ein Hotspot! Der Tiefenunterschied betrug zirka einen Meter, von 6,40 auf 5,20 Meter ansteigend.

 

Wie ging ich nun vor?

 

Ich längte meine Distanzsticks, wie sie einige vom Feedern sicher kennen, auf vier Meter ab. Dann wurde jede Rute einzeln auf die gewünschte Länge abgelängt und die Schnur entsprechend eingeclipt. Das verschaffte mir die nötige Sicherheit, immer auf gleiche Distanz werfen zu können und auf den Marker nicht mehr angewiesen zu sein. Die Systeme werden immer um zwei bis drei Meter weiter eingeclipt, da man sie ja oftmals nach dem Absinken vom Blei meist noch einmal kurz nach hebt.

 

Futter Marsch!

 

Zum Futter kann ich Euch nur sagen, dass ich es wirklich nie übertreibe. Jedoch benötigte ich dieses Mal gut 60 Kilogramm Boilies, weil die Fische nach dem Laichspiel einen richtigen Mordshunger hatten. Bei dieser Angelei ist die Disziplin das A&O, um Fische zu fangen. Morgens um fünf Uhr klingelte für mich der Wecker und der Futtermarathon begann. Dazu beförderte ich meine Futterrakete fünf- bis zehnmal auf meinen Spot und wiederholte das Spiel über den Tag verteilt alle ein- bis eineinhalb Stunden, um immer wieder frische Baits an meinen Platz zu haben. Am Ende des Tages waren gute 10 bis 15 Kilogramm Boilies am Platz verteilt. Macht man dies nicht, wird das am Abend sehr schnell auffallen, wenn sich die Beißzeit eigentlich einstellen sollte...

 

Mein Angelpartner Johann Troppacher staunte anfangs auch Bauklötze. Als er mich am letzten Tag für 24 Stunden zum Filmen aufsuchte, konnte er sich selbst ein Bild davon machen. Will der Angler große Fische locken, so benötigt er eine gewisse Menge an Futter mit entsprechender Qualität. Da stehe ich zu 100 Prozent hinter der Radical Range. Hier passt der Spruch: „Solange besser möglich ist, ist gut nicht genug.“

 

Unter anderem konnte ich in drei Nächten ein paar sehr, sehr gute Fische fangen. Die beiden größten waren ein Spiegler mit 29,8 Kilogramm und ein wahrer Goldbarren, ein Schuppi mit glatten 31 Kilogramm. Einfach nur abgefahren!

 

Im August geht es wieder für 14 Tage auf Erlebnistour und ich freue mich mehr denn je, denn dieses Mal begleitet mich meine Freundin Tanja. Mal sehen, ob es wieder so raschelt.

 

Viel Erfolg und alles Gute wünscht Euch

 

Euer

Richard Fodermayer

Radical Team