Sie befinden sich hier:

30.10.2019

Herbstparade für die Barbe

Die Tage werden langsam kürzer, buntes Herbstlaub und noch sattes Grün hier und da kämpfen gegen den Risikofaktor Kälte. In unseren heimischen Gewässern dagegen trägt ein Zeitgenosse mit seinem olivgrünen Deckkleid und seinen golden schimmernden Flanken gerade Herbstfarbe und ist dabei noch ziemlich aktiv. Kampfstark und bissig zeigt er sich. Liebe Angler, es ist soweit – es ist Barbenzeit!

 

Die Fische sind jetzt besonders eifrig auf Nahrungssuche. Für mich die ideale Gelegenheit, um den Bartelmäulern in der starken Strömung mit der Feederrute nachzustellen und sie dabei so richtig anzufeuern. Um gezielt auf die Barbe zu angeln, gilt es, einige sehr wichtige Aspekte zu beachten: der springende Punkt ist ihr Fressverhalten! Futter und Köder müssen auf die gierigen Fische abgestimmt sein, auch der Angelplatz muss von der Struktur her passen.

 

Zum Futter: Ich verwende sehr gern das Browning Easy Cheesy in Kombination mit einem fischigen Mix. In diesem Fall passt exzellent das Browning Method Robin & Krill. Die rote Färbung des Futters besticht und ist meine erste Wahl, die Fänge haben es mir eindeutig bestätigt. Zum Köder: Ich halte es ziemlich einfach, meinen Bedarf decken für einen Vormittag zwei Liter Maden. Sowohl am Haken, als auch geklebt im Korb, um die Großmäuler bei Laune zu halten. Dabei lasse ich die Maden eine Zeit lang über ein feines Sieb laufen, bis diese komplett fettfrei und sauber sind. Danach bestäube ich die kleinen Krabbler in einem Eimer mit ein wenig „Make-Up-Puder“ Krazy Glue von Browning. Anschließend gebe ich tropfenweise Wasser hinzu, bis sie anfangen klebrig zu werden. Hier ist Geduld gefragt, denn bei zu viel Wasser verkleben die Maden zu stark und die Köderklumpen öffnen sich am Platz nicht schnell genug.

 

Der Angelplatz: Damit meine ich nicht, wie ich meine Sitzkiepe positioniere, sondern die Beschaffenheit des Gewässerbodens, an dem sich die Barben gerne zum Fressen aufhalten. Es sollte möglichst ein harter Gewässergrund ohne größere Steine sein. Warum? Ich möchte nicht immer voll blockiert angeln, sondern will, dass der Futterkorb über den Platz hinaus läuft, oder besser gesagt hüpft. Wenn dieser immer in ein Hindernis läuft, wäre das von Nachteil. Sauberes loten und laufen sind die Zauberwörter. Wählt man hier einen falschen Platz, hat man keinen Spaß. Der Friedfischangler müsste dann damit rechnen, seinen Zielfisch zwar zu haken, diesen aber unverzüglich auch wieder zu verlieren. Heute finde ich auf 63 Metern Distanz einen wirklich großartigen Platz, er ist kiesig (harter Boden) und hat einen weiten Auslauf ohne Hindernisse. Während der Session werde ich folgerichtig mit keinem einzigen Hänger und keinem verlorenen Fisch honoriert.

 

Zum Angelgerät: Ein „Must have“ für diese Angelei ist meine Browning Black Viper in der 4,50 Meter Variante, gepaart mit der Black Viper MK 850FD Rolle. Warum das Gerät ein wenig stärker ausgelegt ist, ist leicht erklärt. Erstens: Ich muss auf diese Distanz mit 120 bis 180 Gramm schweren Körben fischen können. Zweitens: Die Fische können ziemlich fies sein und sind wahre Kraftprotze, sehr kampfintensiv, von den brachialen Bissen einmal ganz abgesehen. Teilweise verneigt sich die steife Rute im Halbkreis, wenn der Haken im Maul der Kämpfer Halt findet. Kräftige Haken, wie der Sphere Beast von Browning an einer 0,24 Hybrid Power Monoschnur, verwendet man, um die Chancengleichheit mit den Gegnern herzustellen! Eine simple, kurze Schlaufenmontage hilft mir, damit sich die Fische in den allermeisten Fällen von selbst haken.

 

Meine Session verläuft nach Plan. Zu Beginn versenke ich alle zwei Minuten einen Korb mit Futter und geklebten Maden in die Tiefe und registriere nach 45 Minuten den ersten Biss. Es ist zwar keine Barbe, aber ein stattliches Rotauge lacht mich an – der Anfang ist gemacht. Gleich der nächste Wurf bringt die Rute zum Beben, denn das erste olivgrüne Unterwassergeschoss hat die Maden genommen und sich selbst gehakt. Den Biss spüre ich in der Kiepe – ein unglaubliches Feeling. Nach einem kurzen aber heftigen Drill kann ich den Kämpfer einnetzen. Weitere Fische folgen und es schummeln sich unter die Barben immer wieder Rotaugen. Um die Fische noch fressgieriger zu machen, muss ich mehr Köder einbringen, also jetzt nur noch geklebte Maden im Korb! Auch der ständige Wechsel von großen zu kleinen Ködern und das Variieren des Korbgewichts bringen mir immer wieder super schöne Bisse. Das ist schon echte Arbeit, die aber Spaß macht.

 

Meine Session wird leider dadurch beendet, weil die lieben Maden langsam zu Neige gehen. Beim nächsten Mal werde ich gleich drei Liter mitbringen, um damit garantiert die grünen Blitze im Wasser bei Laune zu halten. Probiert es selbst aus! Genießt die Zeit der Barben. Auch wenn es nicht gerade ermüdungsfreies Angeln ist, aber es macht unglaublich Lust auf mehr.

 

Ich wünsche Euch eine tolle Zeit am herbstlichen Gewässer, denn hier trägt die Barbe Farbe.

 

Euer

 

Jürgen Fröschl, Browning Austria