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25.11.2019

Stippen gegen den Novemberblues

Mit dem November hält nun endgültig die dunkle Jahreszeit Einzug. Die Tage werden spürbar kürzer und kälter. Oft stellt sich dabei eine trübsinnige Stimmung ein. „Novemberblues“ nennt man dieses Phänomen. Rauf und runter gibt es Tipps, um das Seelenheil aufzufrischen. Meines heißt: Ab an die Luft zum Stippen! Gerade jetzt bin ich gerne zwei oder drei Stunden am Wasser, um dem Schuppenwild mit der Kopfrute und ultrafeinen Montagen nachzustellen. Ich gebe zu, dass ich zwar mit allen Facetten des modernen Friedfischangelns vertraut bin, doch in meinem Herzen bin ich immer ein „Stipper“ geblieben!

 

In meiner Region bewirtschaftet der Angelverband auch viele ehemalige Karpfenteiche. Diese werden jährlich mit Satzkarpfen besetzt und hauptsächlich im Frühjahr und Sommer von Leuten beangelt, welche eben auch gerne Karpfen essen. Den Rest des Jahres herrscht an diesen Gewässern eher Ruhe, und obwohl die meisten einen interessanten Weißfischbestand haben, wird auf die Silberlinge nur selten zielgerichtet geangelt. Für meine Zwecke sind diese Gewässer ideal, denn oft kann ich hier ohne großen Aufwand gute Fänge verzeichnen – bis zur vollständigen Eisbedeckung.

 

An Gerät benötige ich nicht sonderlich viel. Die Pole ist freilich das Wichtigste, muss aber nicht unbedingt ein Profigerät sein. Auch eine Rutenlänge von 13 Metern wird eher selten benötigt. Diese ehemaligen Zuchtteiche fallen meist schnell am Ufer auf die durchschnittliche Gewässertiefe ab. Daher muss ich selten weiter als sechs bis zehn Meter vom Ufer aus entfernt fischen. Für die guten Glücksmomente habe ich mir die Xitan Pole Protectors zugelegt: Das sind speziell konstruierte kurze Endstücke. Für die Rutenteile 5, 6 und 7 gibt es jeweils einen solchen Rutenschutz. Ein großer Vorteil, denn dadurch kann ich die „lange Stange“ auch deutlich kürzer fischen und schütze die offenen Teile vor Beschädigungen. Gerade wenn ich mal nicht die volle Rutenlänge von 13 Metern benötige.

 

Viele Topkits baue ich nicht auf: Ein leichtes, für die hauptsächlich zu erwartenden Weißfische, und ein Carpkit, falls doch noch ein Satzkarpfen vorbeirudert. Da die Wassertiefe oftmals nur um einen Meter beträgt, fände ich es unüberlegt, das Futter von Hand einzuwerfen. Zu schnell hat man damit die Fische vertrieben. Ein Cupping Kit darf daher nicht fehlen und macht mein Setup komplett.

 

Stichwort Futter! Ich nehme gezielt eine Tüte der Sorte Etang aus der Champion‘s Choice Serie von Browning. Dem Futter gebe ich nur noch eine Handvoll Rösthanf hinzu und eine kleine Prise schwarze Futterfarbe. Damit dunkle ich das Futter etwas ab und es wird sich farblich vom Gewässerboden kaum noch abheben. Die Scheuchwirkung von zu hellem Futter auf die Fische im Winter ist bei immer klarer werdenden Wasser nicht zu unterschätzen! Bei den Ködern setze ich auf etwas mehr Auswahl – zumindestens, solange die Witterung einigermaßen mild ist: Neben toten und lebenden Maden zieren Mais, Pellets, Hanf und Würmer meine Seitenablage.

 

Die Montagen halte ich so leicht und einfach wie möglich: Posen von 0,3 Gramm bis 0,5 Gramm und eine Zweipunktbebleiung. Diese simple Art des Angelns beschert mir auch jetzt in den dunklen Monaten und in kürzester Zeit relativ viele Fischkontakte. Der Spruch: „Da heb ich von der Couch kein’ Fuß, draußen herrscht Novemberblues“, zählt also nicht für einen Stippangler. Denn der weiß –  Glückshormone hängen nur am Haken!

 

Euer

Thomas Rimpl, Browning Deutschland