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27.02.2019

Fish & Chippy - Teil 2: Haiangeln

Anfang Oktober erleben Fabian Frenzel, Oliver Krage, Frank Adam, Florian Hühnken und ich vor Penzance, eine Stadt in Cornwall im Südwesten Englands, ein Angeln der Superlative. Die Meeresbucht am Eingang des Ärmelkanals ist für Meeresangler ein absolutes Paradies: In nur vier Angeltagen fangen wir mehr als 20 Fischarten. In drei Teilen nehmen wir euch mit in diese atemberaubende Artenvielfalt, umgeben von einer wunderschönen Landschaftskulisse.

Teil 2: Haiangeln

Früh am nächsten Morgen treffen wir uns im Hafen von Penzance. Noch ahnen wir nicht, was in wenigen Stunden auf uns wartet. Aufregung liegt in der Luft, als wir von Robin „Chippy“ Chapman, der mit seinem Unternehmen „Bite Adventures“ geführte Angeltouren am südwestlichsten Zipfel Englands anbietet, herzlich begrüßt werden. Wir erspähen leichtes und sehr schweres Angelgerät in den Rutenhaltern. Der Katamaran ist komplett mit Highend-Gerät von Fin-Nor ausgestattet. Keine 5 Minuten später stoppt Chippy, damit wir uns mit Ködern eindecken können. Knapp drei Dutzend Makrelen werden in dem Ködereimer verstaut. 30 Meilen südlich von der Küste beginnt das Großfisch-Abenteuer. Mit den schweren Geschützen legen wir die Köder seitlich vom Katamaran in unterschiedlichen Tiefen aus. Knallgrüne 0,5 Liter PET-Flaschen werden für das XXL-Posenangeln verwendet. Taucht eine ab, ist Handeln angesagt. Und genau das passiert keine 5 Minuten später. Britisch charmant zeigt Chippy auf mich: „Ladies first!“

In meinem Angelleben habe ich noch nie so hart gekämpft, so viel geflucht und am ganzen Körper gezittert. Das Blut pocht gewaltig in meinem Schädel. Die Arme brennen, die Knie wackeln. Angstschweiß breitet sich auf der Haut aus. Ein ca. 150 Pfund schwerer Heringshai hat sich den Makrelenleckerbissen einverleibt und hat überhaupt keine Lust auf ein gemeinsames Kennenlernen. Die Fin-Nor Lethal Variado mit der Schnurklasse 20-30 lbs, kombiniert mit unserem Arbeitspferd, der Marquesa, helfen mir, das Schwergewicht an die Oberfläche zu pumpen.

Mit den letzten Kraftreserven drille ich das Monster ein drittes Mal nach oben, als die nächste Pose abtaucht. Frank steht nun neben mir und drillt ebenso kraftvoll. Plötzlich fühle ich keinen Druck mehr in der Rute, der Hai hat das 400 Pfund Drahtseil einfach durchgebissen. Er ist weg. Auch Frank schafft es nicht, seinen Heringshai, ein ähnliches Kaliber, erfolgreich zu landen. Dafür meinen es die Blauhaie gut mit uns: Die nächsten „Runs“ sind allesamt von Erfolg gekrönt. Fabian, Oliver und Florian halten ihre ersten Blauhaie in die Kamera, um sie dann sofort wieder ihr kühles Element zu entlassen. Frank fängt dazwischen auch noch den größten Blauhai der Tour. Und während ich die zweite Chance erhalte, einen weiteren Heringshai im Miniformat zu drillen, erspäht Fabian einen raubenden Blauhai an der Oberfläche. Er nimmt die im Vergleich doch recht leichte Fin-Nor Megalite in die Hand, entfernt das Gewicht, um den Köder kurz unter der Wasseroberfläche zu präsentieren, und fängt tatsächlich diesen Fisch, was den krönenden Abschluss an diesem Tag bedeutet…