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12.12.2019

Zeit für Zander

Um den Elbzandern auf die Schuppen zu rücken, stehen wir heute an Hamburgs blauer Lebensader, der Elbe. Im Herbst beginnt das große Fressen der Stachelritter und wir wollen uns heute davon überzeugen. Der Tag begrüßt uns leider mit viel Wind. Für eine Vertikaltour nicht unbedingt die beste Voraussetzung, da das Boot bei Windböen ganz ordentlich aus der Drift gepustet werden kann. Gut, dass wir in weiser Voraussicht unsere Wurfruten mit dabei haben.

 

Wir starten früh um 7 Uhr, da wir uns vom noch ablaufenden Wasser hervorragende Chancen ausmalen. Wir wollen vertikal an Strömungskanten und Hafenbecken dicht am Fisch angeln. Ab und an nehmen wir aber auch die Wurfruten zur Hand. Die ersten Spots bringen lediglich einige wenige Kontakte ein und bis zum Mittag sind es nur drei Zander aus der Kinderstube, die zur kurzen Visite in unserem Boot vorbeischauen. Eigentlich sahen wir auf dem Echolot eine ganze Menge Fische, die Anzahl der Bisse dagegen war sehr übersichtlich. Wir legen daher erst einmal eine Mittagspause ein, um an der Strategie für den restlichen Tag zu basteln.

 

Frisch gestärkt laufen wir den nächsten Spot an. Windstärke 6 und auflaufendes Wasser macht das Fischen nicht einfacher. Immerhin, unser Spotwechsel zahlt sich aus: Die Fische sind zwar nach wie vor nicht die Größten, aber die Frequenz steigt. Dann hat Jens einen richtigen Einschlag. Wütende Kopfstöße machen schnell klar: „Hier muss der Kescher ran!“ Der Zander stellt sich voll in die Strömung und nimmt trotz der stramm eingestellten Bremse gleich zweimal Schnur. Der Haken sitzt gut und Stefan kann den Fisch sicher ins Boot holen. „Hallo?“ Ein makelloser und kugelrunder 85er Elbdrache liegt vor uns. Durchatmen!

 

Nach einer wohlverdienten Kaffeepause geht es weiter. Unser Tag ist ja schon gerettet, aber Jens hat noch ein Ass im Ärmel. Wir fahren einen weiteren Spot an. Als „gut oder gar nicht“ können wir ihn einordnen. In der Vergangenheit wurden hier schon viele gute Fische gefangen. Aber auch das Gegenteil wäre möglich, kein Zupfer, kein Biss. Der Wasserstand ist mittlerweile gestiegen und pünktlich zum Hochwasser sind wir am Spot und wir setzen die erste Drift an.

 

Stefan bekommt einen ganz zaghaften Biss. Der Anhieb geht in eine „Wand“ und die Rute ist sofort krumm. Dann der Kescher-Schrei! Er halt über die Elbe und Guido macht sich jetzt kampfbereit. Nach ein paar Fluchten und brachialen Kopfstößen liegt der Raubfisch im Kescher. Das Maßband muss bis auf 95 Zentimeter ausgerollt werden. Der Fisch des Lebens liegt vor Stefan!

 

Fisch-Wunder gibt es immer wieder, denn eigentlich wollte Stefan nur seine neue Quantum Smoke S3 Spinnrute in 2,40 Meter Länge und mit 7 bis 55 Gramm Wurfgewicht, kombiniert mit einer Quantum Exo Ti 1130, für den anstehenden Ebro-Urlaub „einfischen“. Nun aber bekommt Stefan das breite Grinsen nicht mehr aus seinem Gesicht! Warum, kann sich jeder denken...

 

Tight Lines

 

Euer Zandertrio, Jens Harke und Stefan Stoltenberg (beide Rhino Trolling Team) und Guido Skorsetz (Quantum Team)