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06.08.2019

Hör mal, wer da klopft!

Das Klopfen zählt mit Abstand zu den spannendsten Welsangelmethoden. Dicke Sicheln von aufsteigenden Fischen auf dem Echolot, die dem Klang des Wallerholzes augenscheinlich verfallen, sind hierfür ohne Zweifel ausschlaggebend. Aber auch der Einblick in die Unterwasserwelt und die damit verbundene Gewissheit, was wohl gerade am Köder passiert, machen diese Angelmethode so unglaublich reizvoll und aufregend. Richtig angewandt, kann der Welsangler mit geeignetem Gerät und passender Präsentation der Köder in vielen Gewässern wahre Sternstunden erleben. Aber hierfür bedarf es einer korrekten Herangehensweise und Taktik.

 

Wie gehe ich also vor?

 

Ist mir das Gewässer vertraut, fahre ich direkt ausgesuchte Hot Spots an, welche tiefe Bereiche, strukturreiche Untergründe oder Hindernisse im Wasser sein können. Diese befische ich intensiv. Sollte mir das Gewässer nicht bekannt sein und die gewünschten Hot Spots nicht ersichtlich sein, ist Location das A und O.

 

In stehenden Gewässern macht man sich am besten den Wind zu Nutze und lässt sich während des Klopfens über das Gewässer treiben. Hierbei sollte die Driftgeschwindigkeit nicht höher als 3 km/h sein. Driftsäcke und Elektromotoren können bei zu schneller Drift Abhilfe schaffen. Auf diese Art und Weise lernt man das Gewässer kennen und kann sich schnell einen ersten Eindruck von dessen Beschaffenheit machen.

 

Die Klopfgeräusche selbst, welche mit Hilfe vom Wallerholz erzeugt werden und letztendlich der Schlüssel zum Erfolg sind, können an manchen Tagen hochfrequent und an anderen Tagen wiederum niederfrequent die Fische verführen. Als Richtwert sollten anfangs eine Reihe von aufeinanderfolgenden Schlägen, zirka drei bis acht, in unregelmäßigen Abständen alle zehn Meter geschlagen werden. Je nach Aktivität der Welse und den damit verbundenen Anzeigen auf dem Echolot, sollte die Frequenz bei ausbleibenden Bissen angepasst werden.

 

Das Echolot sollte bei dieser Gelegenheit so eingestellt sein, dass der eigene Köder als Linie auf dem Display zu erkennen ist. Nur so kann der Angler auftauchende Sicheln (Fische) durch Hochheben oder Herablassen des Köders gezielt „anangeln“ und so seine Bissausbeute erhöhen.

 

Hier gilt folgendes Prinzip:

 

Aufsteigende und in einer Wasserschicht stehende Fische werden NICHT „angeklopft“ sondern nur angeangelt! Wenn sich der Fisch in Richtung Grund bewegt, verharrt der Köder an Ort und Stelle und es wird erneut geklopft. Hierbei versucht man den Wels wieder zu aktivieren und das Interesse an unserem Köder erneut zu wecken. Ein Schauspiel, welches sich zu erleben lohnt.

 

Die Qual der Wahl – welches Tackle?

 

Beim Klopfen kommen meistens kurze Ruten zwischen 1,60 Meter und 2,40 Metern Länge zum Einsatz. Weiterhin benötigen wir eine kleine Stationär- oder Multirolle mit einer Schnurfassung von zirka 150 Metern einer 35er geflochtenen Schnur. In den meisten Fällen werden hier Vertikal- und Spinnruten zweckentfremdet. Schlussendlich soll das verwendete Gerät leicht und gut zu händeln sein, jedoch auch robust genug, um es mit Fischen jenseits der Zwei-Meter-Marke aufnehmen zu können.

 

Inlineruten sind speziell für das Klopfen sehr zu empfehlen, da diese nicht beringt sind und die Schnur, wie der Name schon sagt, im Inneren der Rute verläuft. Selbst bei starkem Wind und unachtsamen Bewegungen kann sich die Schnur nicht um die Rute wickeln. Bei einer beringten Rute würde dieses Szenario auf dem Boot bei einem unerwarteten Biss ein Chaos auslösen und im schlimmsten Fall zum Schnurbruch führen.

 

Wallerhölzer gibt es wie Sand am Meer. Den Formen, Farben und anzuwendenden Tiefen sind keine Grenzen gesetzt. Jedoch sind meiner Meinung nach eine einfache Bedienung und ein gutes Handling besonders wichtig. Die Töne müssen leicht und ermüdungsfrei zu klopfen sein, denn nur dann hat der Welsangler auf Dauer seinen Spaß. Empfehlenswert sind Carbonhölzer, welche durch ihr geringes Eigengewicht die angesprochenen Kriterien erfüllen.

 

Das Wichtigste zum Schluss – der Köder!

 

Einer der besten Köder beim Klopfen ist der Tauwurm. Tauwürmer sind leicht zu beschaffen, zu transportieren, überall erlaubt und unwahrscheinlich erfolgreich. Aus diesem Grund erhält der Tauwurm in Verbindung mit einem Teaser von mir den preisgekrönten ersten Platz bei den Klopfködern. Köderfische sind natürlich auch sehr angesehene Verführer beim Klopfen, nur die Beschaffung, der Transport und die Gesetzeslage in manchen Ländern erschwert deren Anwendung.

 

Das Klopfen ist gerade in der heutigen Zeit, in der Leistungsdruck und private Verpflichtungen stetig zunehmen, eine sehr effektive Methode, um in kürzester Zeit ergebnisreich zu sein. Man muss nicht mehrere Tage am Wasser verbringen, meist genügen schon ein paar Stunden und der ersehnte Kontakt zum Zielfisch ist hergestellt.

 

Probiert es aus und lasst Euch Euren persönlichen „Blockbuster auf dem Echolot“ nicht entgehen. Wer anklopft, der wird auch finden.

 

In diesem Sinne viel Spaß und Erfolg am Wasser wünscht...

 

Euer Michael Koch

Black Cat - erlebe den Welsfang