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04.09.2018

Die Andamanensee – das Paradies an der Angel!

„Mein Name ist Kral. Sascha Kral. Mit der Lizenz zum Fischen.“ Wer kennt ihn nicht, den berühmten James-Bond-Mythos? Einer der Bond-Filme wurde im Golf von Thailand gedreht. An der Andamanenküste! Es ist der tropische Traum schlechthin. Ich war schon oft in Thailand und weiß wie exotisch, andersartig und faszinierend dieses Land ist.

Jetzt stand es wieder für mich auf dem Programm. Zu Dreharbeiten bin ich nicht eingeladen, aber mein James-Bond-Girl hatte ich mit dabei und natürlich wollte ich mich überraschen lassen, welche Räuber unter Wasser dort auf mich warteten. Dieses Mal hatte ich beschlossen, dass ich das „kleine Urlaubstackle“ mitnehmen wollte. Mit Stefan Seuß vom Black Cat Team traf ich im Vorwege eine Auswahl des mitzunehmenden Gerätes. Zwei kurzgeteilte Reiseruten mit 100 bis 120 Gramm Wurfgewicht und zwei Stationärrollen der 3000er Größe stellten die Basis und wurden durch verschiedene Kunstköder, Bleie, Haken und Vorfachschnüre ergänzt. Mein Reisetackle brachte es auf zirka fünf Kilo Gewicht und war daher ohne Probleme in meinem normalen Reisegepäck integriert. Für den „Goldenen Colt“ hatte es dann aber doch nicht mehr gereicht. Nachdem wir in unserem Urlaubsort angekommen waren, informierte ich mich zuerst über die angebotenen Tagestouren und die verschiedenen zu fangenden Fischarten,
Zur aktuellen Urlaubszeit waren die Kingmakrele und der Sailfisch die bevorzugten Zielfische. Ein Longtail-Boot, James Bond lässt grüßen, wurde von uns für den Folgetag angemietet. Einem ersten Abenteuer stand nichts mehr im Wege. Früh morgens wurden wir bereits abgeholt und nach zirka einer Stunde Fahrzeit erreichten wir den ersten Spot, an dem wir ein paar lebende Köderfische fangen mussten. Kurze Zeit später waren wir im Besitz erster Köder und zwei Montagen hingen in der Drift hinter unserem verankerten Longtail-Boot.

Nach einer Stunde ohne Biss wechselten wir den Spot. Nach wiederum einer weiteren Stunde ohne Biss tauschten wir dann auch die Drift-Montagen mit den lebenden Köderfischen gegen einteilige Wobbler von zirka 15 Zentimeter Länge aus und schleppten diese an den abfallenden Inselkanten hinter dem Longtail-Boot. Nach einer knappen halben Stunde kam der erste kräftige Biss und nach kurzem, aber harten Drill konnten wir die erste halbstarke Kingmakrele ins Boot heben. Weiter ging die nächste Runde um die Inselkanten. Wobbler gib‘ dein Bestes! Der Nachmittag verlief kurzweilig und ich konnte insgesamt neun Kingmakrelen über einen Meter landen... Harte Bisse und stark erkämpfte Fische machten richtig gute Laune und wir waren total happy über diesen Tag.

Am nächsten Urlaubstag machte ich mich auf die Suche nach Anbietern anderer Tagestrips und Fischarten. Bereits kurze Zeit später wurde ich fündig und der nächste Zielfisch war klar definiert. Unsere Mission hieß: Dem Sailfisch entgegen! Da der Anbieter für die nächsten drei Tage ausgebucht war, mussten wir noch etwas Geduld mitbringen, bevor es dann um 7.00 Uhr morgens am vereinbarten Treffpunkt endlich losging. Die beiden Thai-Boys hatten bereits das Gerät auf dem Longtail-Boot verstaut. Mit skeptischen Blicken beäugte ich das schon sehr in die Jahre gekommene Gerät und fragte mich, wie man damit einen kapitalen Sailfisch fangen soll? Die beiden Big Game Ruten der 50-80lbs Klasse und uralten Senator-Multis waren schon sichtlich vom Salzwasser geprägt und schienen mir etwas überdimensioniert. Die Thai-Boys müssen sich beim Anblick meiner im Vergleich dazu filigranen Reiseruten wohl auch gefragt haben, wie man mit solchen Ruten Sailfische bezwingen kann. Aber woher sollten die beiden auch wissen, welch ein Kampfgeist in einer Rhino DF-Reiserute steckt?

Kurze Zeit später ging es dann los. Wir hatten deutlich stärkeren Wind und auch der Wellengang war kein Pappenstiel. Trotzdem erreichten wir die vorgelagerte Inselgruppe in einer Stunde. Der Kapitän steuerte unser Boot zirka 500-600 Meter vor die Insel und stoppte den Motor. Der zweite Bootsjunge hatte in der Zwischenzeit die zwei Ruten montiert. Die Montage war relativ simpel gehalten. Ein Einzelhaken der Größe 10/0 wurde direkt an die zirka 1,2 Millimeter starke monofile Hauptschnur geknotet und der zirka 20 Zentimeter große lebende Köderfisch im Genick angeködert und über Bord geworfen. Nach etwa fünf bis sechs Metern schlaufte der Thai-Boy ein kleines Stück Styropor in die Hauptschnur ein und ließ den Köder anschließend zirka 80 bis 100 Meter in der Abdrift des Bootes abtreiben.

Nachdem ich mir die Montage angeschaut hatte, montierte ich einen 10/0er Black Cat Megahook an ein zirka 1,50 Meter langes und 1,2 Millimeter dickes Monovorfach. Das Vorfach wurde mit einem kleinen Kugellagerwirbel mit der 30er geflochtenen Hauptschnur verbunden. Zur Bissanzeige hatte ich eine 100 Gramm Wallerpose montiert, die mit einem Knicklicht ebenfalls auf zirka fünf bis sechs Wassertiefen eingestellt wurde. Da werfen mit der kurzen Rhino DF nicht möglich war, wurde der anschließend montierte lebende Köder neben dem Longtail in das Wasser gesetzt und wegdriften gelassen. Jetzt hieß es warten!
Bei geschätzten 5 bis 6 Windstärken schaukelte unser Boot gemütlich vor sich hin und wir drifteten an der Inselgruppe vorbei. Früher als gedacht konnten wir im Freiwasser den ersten springenden Sailfisch erblicken. Bei jeder Drift versetzte der Kapitän das Boot ein gutes Stück und so suchten wir den kompletten Bereich der Inselgruppe nach unseren Traumfischen ab. Bis zum ersten Biss vergingen dann allerdings doch einige Driften. Die thailändische Sonne war in dieser Zeit ein wahres Feuerwerk. Die Zeit des Wartens setzte uns ganz schön zu und wir mussten viel trinken, um nicht zu dehydrieren.

Dann endlich der erste ersehnte Biss. Man glaubt es kaum, auf das bootseigene, ins Alter gekommene Tackle. Nach einem kurzen Ruck in der Schnur gab ich ein paar Meter Schnur und ließ den Sail erst einmal etwas mit dem lebenden Köder ziehen. Dann Anhieb... mehrmals hintereinander, bis ich endlich Tuchfühlung zu meinem ersten Sail aufnehmen konnte. Auf die anfangs große Entfernung war der Drill noch unspektakulär. Aber je näher der kämpfende Sailfisch dem Boot kam, desto interessanter wurde der Drill. Im Nahbereich des Bootes sprang der Sail dann ein paarmal komplett aus dem Wasser und legte einige gute Fluchten hin. Kurze Zeit später griff einer der beiden Thai-Boys den Fisch an der Schwanzwurzel und dann lag er guten Endes im Boot ... es war ein wunderschönes Exemplar ... pure Kraft und Power! Die Rute wurde wieder neu beködert und die Drift neu angesetzt. In den nächsten Stunden hatten wir noch zwei Fehlbisse, einen verlorenen Sail und einen weiteren, der etwas kleiner war, als der erste.

Nach unzähligen Driften, ordentlich Wellengang und kräftigen Windstärken und der unbarmherzigen asiatischen Sonne war es Zeit, ein Ende zu finden. Am späten Nachmittag erreichten wir dann wieder den Steg des Anbieters. Somit war auch der zweite Tagestrip ein voller Erfolg. Ich werde also zukünftig im Urlaub immer das leichte Urlaubstackle in meinem Reisegepäck haben. Ich kann es Euch nur ans Herz legen, es auch einmal zu probieren. Euren Urlaub wird es definitiv um einige unvergessliche Momente bereichern. Mit einem allerletzten Abend an der Bar lassen wir den Urlaub ausklingen: Barkeeper: „Was darf es ein“? Ich: „Wodka Martini. Geschüttelt, nicht gerührt.“

Euer
Sascha Kral
Black Cat Team