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01.10.2018

Wild Cat’z... undercover!

Wann waren wir, Wild Cat’z, eigentlich das letzte Mal ohne Kameramann und Wochenend-Guiding-Gästen fischen? Wie Wildkatzen umherstreunen, um ein unbekanntes Gewässer ausfindig zu machen? Undercover eben ... in geheimer Mission! Das lag schon eine ganze Weile zurück. Das kurze Zeitfenster über Fronleichnam gab uns den Takt vor und wir setzten unsere Idee kurzer Hand in die Tat um. Eine gewisse Hoffnung machte sich bei uns breit, möglicherweise doch mal wieder die ersten Welsangler an einem Ort zu sein. Einen kleinen Fluss hatten wir dafür schon auserkoren.

Ein Schlauchboot, sechs Ruten, zwei Liegen und ein Tarp als Gewitterschutz mussten für uns reichen. Erfahrungsgemäß reisten wir auf Pioniertouren immer mit leichter Ausrüstung. Man sollte jedoch immer Widrigkeiten der Natur mit einkalkulieren.
Am kleinen Fluss angekommen stellten wir fest, dass sich Hochwasser auf den Weg zu uns machte. Nicht gerade eine willkommene Hilfskraft. Das Wasser stark eingetrübt, viel Treibgut und eine Strömungsgeschwindigkeit von über fünf Stundenkilometer, und das bei schnell steigendem Wasserstand... Gut – daran konnten wir jetzt nichts mehr ändern.

Grundsätzlich war das erst einmal unerheblich. Kurz nach dem Laichgeschäft, und dazu noch bei einem hohen Wasserstand, geben sich die Welse oft die Ehre und halten sich an offensichtlichen Plätzen auf: Ganz nahe der strömungsberuhigten, überfluteten Bereiche, die zeitgleich ehemalige Laichgebiete darstellen. Wir freuten uns, keine so schlechte Kombination. Und unsere Lieblinge mussten im Prinzip einen Mordshunger haben.
An Präsentationsmöglichkeiten gab es jetzt eigentlich auch nur noch eine wirklich fischbare Montage: Die einfache Stock- oder Strauchmontage, bei der die Auslegeschnur hoch angebunden und damit die komplette Hauptschnur über dem Wasser zum Uferplatz gespannt wird. Treibgut kann sich somit nicht mehr in ihr verfangen. Der Plan vor Ort war gemacht und wir bezogen zwischen Hauptfluss und Überflutungsgebiet unseren ersten Angelplatz. Die Black Cat Wild Cat’z-Stellfischruten krümmten sich nach dem Auslegen recht schnell und wir ahnten schon, dass unser Vorhaben Früchte trug. Trotz fangreicher Stunden machten wir uns am nächsten Tag zu einem weiteren Spot auf. Wir wollten mehr sehen und weitere Fische fangen. Also Gas geben. Butter bei die Fische. Forward ever, backward never!

Unsere Undercover-Mission ging langsam dem Ende entgegen. Ein Gewässer in der Region Doubs/Frankreich bescherte uns unberührte Natur, ein Abenteuer in der Wildnis und eine erfolgreiche Session in einem Revier ohne Angeldruck. Insgesamt 17 Welse von 113 bis zu 231 Zentimetern Länge waren vertreten, was auf eine ideale Alterspyramide schließen ließ. Wir hatten eine richtig, richtig gute Zeit. Einfach mal untertauchen und angeln mit Extraklasse.

Tight Lines
Peter Merkel und Patrick Haas