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27.03.2015

Frühlingsfieber

Jeder kennt das Gefühl nach einem langen Winter, die innere Unruhe. Man will ans Wasser und das am besten sofort. Dabei lassen viele die Wetterbedingungen außen vor, genau wie ich, denn nur wer am Wasser ist, kann fangen. Bereits Mitte Februar bei eisigen Temperaturen zog es mich nach Spanien, um die Saison zu eröffnen mit sehr guten Fischen weit über der 2-Meter-Marke. Einen Monat später stand mein zweites Ziel in der noch jungen Saison fest: einen dicken Frühjahrskarpfen zu überlisten. Und so beschloss ich mit einem guten Freund Johann Tropacher oder besser bekannt unter dem Name ´´The Nature Haunzz´´ loszuziehen. Er kam extra aus Österreich zu mir, um seinen ersten deutschen Karpfen zu überlisten. Da die Wetterbedingungen noch sehr schlecht und kalt waren, ein schwieriges Vorhaben, jedoch zwei Outdooranglern egal, denn ein Österreicher und ein Guide können mit solchen Bedingungen gut umgehen. Wenn die Fische das genau so sehen, kann nichts mehr passieren, so der Plan.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt beschlossen wir nicht wie üblich fängige flache Seen zu befischen, wir wollten es extremer. So zogen wir los an eine 9 Hektar große Kiesgrube mit zwei Quellen und einer Tiefe von 13 m. Die Wassertemperatur von nur 4,2° Celsius bestätigte unsere Vorahnung, es ist noch Winter und die Fressphasen müssen abgepasst werden. Wenig Futter und akribische Platzsuche sollten der Schlüssel zum Erfolg sein. Eine kleine Landzunge unter Wasser brachte mir bereits in der erste Nacht meinen ersten Karpfen mit satten 31 Pfund - was für ein Auftakt. Der Erfolgsköder, wie bereits im Dezember bei kalten Wasser, war der neue Dirty Devil aus dem Hause Radical, ein Köder der unter Wasser arbeitet und über lange Zeit lockt, der mit seinen Maden die aus dem Boilie gucken, einen absoluten Leckerbissen für jeden Karpfen macht. Der Anfang war schnell gemacht und ließ auf mehr hoffen. Niiiiiichts, vier ganze Tage, außer Kälte, Regen, Wind, nichts, was jedoch Haunzz und mich nur noch mehr anstachelte, denn wir arbeiteten weiter, damit auch er seinen ersten Deutschen Winterkarpfen in den Händen halten konnte. Es fing gerade an zu dämmern und die Kälte zog sich bereits durch jede Ritze, als Haunzz’ Bissanzeiger ablief. Nach einem kampfstarken Drill konnte Haunzz dann seinen ersten deutschen Karpfen landen. Der Schrei sitzt mir heute noch in den Ohren, jedoch war die Freude grenzenlos. Was auch mehr als verständlich ist bei dem ersten Deutschen und dann gleich mit 34 Pfund. Der Wahnsinn! Haunzz Erfolgsköder war der altbekannte Bloody Chicken, der bereits einige kapitale Karpfen gefangen hat.

Wir hatten beide unser Ziel erreicht. Für uns war die Tour perfekt mit einem genialen Abschluss. Wenn es auch mehr als harte Bedingungen waren, irgendwie macht die Zeit im Jahr süchtig. Das Farbenspiel sowie die Stimmung am Wasser und die vielen Naturschauspiele sind einzigartig zu dieser Zeit. Jetzt aber genug berichtet, denn wir haben für euch einmalige Aufnahmen gesammelt, die ihr bald in einem kurzen Video sehen werdet.

In diesem Sinne: am Wasser sein ist alles. 
Gruß Chris & Haunzz
www.chris-adventure-tours.com