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14.12.2015

Aktiv mit totem Köderfisch

Es gibt so Tage, an denen muss man einfach raus ans Wasser. Tage, an denen man weiss, dieses Wochenende wird ein gutes Wochenende. Die Temperaturen gehen in den Keller, das Wetter wird richtig ungemütlich, aber genau jetzt beginnt die Zeit, um mit dem Deadbaiten die besten Erfolge zu erzielen. Die Zeit für die ganz dicken Hechte!

So packte mich einmal wieder der Reiz und die Leidenschaft, ein Wochenende ans Wasser zu fahren. Gesagt, getan, Tackel ins Auto und los ging die Tour zu einem See nahe der holländischen Grenze. Am Wasser angekommen bekam ich direkt die volle Breitseite. Windstärken 6 bis 7, aber auch die sollten mich nicht davon abhalten, meine Köder punktgenau im Wasser zu platzieren. Ich kannte diese Stelle noch vom letzten Jahr, wo ich viel Zeit damit verbracht hatte, die Stelle zu lesen und zu verstehen. Das ist beim Deadbaiten eines der wichtigsten Dinge!

Da das Wasser schon eine Temperatur weit unter 10 Grad hatte und ich in einer maximalen Wassertiefe von 6 Meter fischte, fiel mir die Auswahl der Montage und der Köder nicht all zu schwer. Ich entschied mich für Makrelen, Heringe und Sardinen, also sehr salzige und stinkende Köder. Für diese Jahreszeit ein Muss in jeder Köderbox!

Die Montagen waren klar, zwei Ruten mit jeweils ein Makrelenstück sollten platt auf Grund angeboten werden, direkt an den stark abfallenden Abruchkannten im See und die Sardine sollte ca. 10 cm über Grund schweben.
Am nächsten Morgen wurde ich von den ersten Sonnenstrahlen, die durch das Zelt strahlten, geweckt und es war direkt gefühlte 5 Grad wärmer. Der Wind war abgeflaut, die Sonne schien, keine einzige Wolke am Himmel, allerdings nicht gerade das perfekte Wetter, um Hechte zu fangen. Die Ruten lagen jetzt weit über 20 Stunden im Wasser und es tat sich nichts. Was machte ich falsch? Ich musste mir etwas einfallen lassen, um das Wochenende noch zu retten.

Das Echolot zeigte mir an, dass sich die  ganzen Futterfische im Randbereich aufhielt und durch sie Sonne auch ziemlich weit über dem Grund standen.  Kurzerhand wurde die eine Rute mit einer Pose versehen, die den Köder kurz über Grund tragen sollte. Ich wollte aktiv auf den Hecht fischen, ein wenig Strecke machen, den Köder auch mal springen lassen.  Es dauerte keine Stunde, bis die Pose langsam seine Bahn unter Wasser zog. Ich konnte es kaum glauben, über 20 Stunden lang lag da meine Makrele und jetzt kurz darauf der erste Biss – ein Zufall?

Der erste Fisch auf dieser Tour und direkt ein guter, nur knapp die magische Grenze verfehlt. Die Freude war riesig und ich verschwendete keine Zeit. Der Köder musste wieder ins Wasser. Noch ca. drei Stunden, bis die Sonne den Horizont wieder berührte. Ich fing in diesen knapp drei Stunden noch zwei weitere Hechte mit der gleichen Taktik. Aber in der Dämmerung war dann die Rute richtig krumm. Der Biss kam beim kurzen Anheben des Makrelenstückes. Die Bremse kreischte und ich wusste sofort, das ist der „Meter". Nach einem kurzen, aber intensiven Drill konnte ich einen wunderschönen Fisch landen.

Alle Hechte an diesem Wochenende wurden mit einem treibenden Köder gefangen! Die andere Rute, mit der aufgepoppten Sardine in der gleichen Wassertiefe, wurde vollkommen ignoriert. Durch die Sonne und die
Temperaturen an diesem Tag waren die Fische einfach zu aktiv und ich musste mich den Gegebenheiten anpassen. Kurz über Grund treibende Köder waren an diesem Wochenende der Weg zum Erfolg!

Schöne Grüße
Timo Kleinekemper