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22.05.2014

Mit der „Blue Guardian“ auf Hornhecht

Es war Freitag und ich saß bei meinem Teamkollegen Gerald mit dem Kaffeebecher in der Hand auf der Terrasse, als mein Handy klingelte. Am anderen Ende war unsere Betty, die mit ihrem Mann Flo gerade im Dänemark-Urlaub war und mich fragte, ob der Hornhecht um Fehmarn auch schon voll da sei. Denn die beiden standen sozusagen im Fisch ... Kurze Absprache mit Gerald, bei Windfinder das Wetter für Samstag gecheckt und zwei Minuten später war klar, dass wir am Samstag Geralds Boot entern und die Steilküste vor dem Campingplatz Miramar auf Fehmarn unsicher machen würden. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen!

Um 6 Uhr habe ich dann den „Kapitän“ in Moorwerder (Hamburg) eingesammelt und keine zwei Stunden später, nach einem Frühstück in Burg, standen wir auch schon vor der „Blue Guardian“, so heißt Geralds Boot. Schnell waren unsere 30 Gramm-Spinnruten mit kleinen Spinnrollen bestückt und wir stachen in See. Schließlich hatten wir uns für diesen Tag so einiges vorgenommen. Wir wollten dem Hornhecht mit Kunst- sowie Naturködern nachstellen.

Nach nur fünf Minuten Fahrt waren wir schon vor Ort und unsere Blinker flogen durch die Luft. Gerald versuchte es mit einem Drilling hinterm Blinker und ich mit einer Hornhechtschlaufe – statt einem Drilling. Schon nach dem zweiten Wurf befanden wir uns im Doppel-Drill und wir waren uns sicher: „Das wird ein guter Tag.“ Doch kurz vor der Handlandung verlor Gerald seinen Fisch und seine Miene verfinsterte sich. Das ging bei meinem Kapitän noch genau drei mal so, bis ihm die Hutschnur platzte und er mich endlich um eben eine dieser Hornhechtschlaufen bat, denn ich konnte meine Fische sicher landen ... Naja zumindest fast alle, denn auch mit den Schlaufen hat man ab und an einen Aussteiger. Hier gilt also: Hornhechtschlaufe schlägt Drilling um Längen und fischschonender ist es auch noch.

Nun wollte ich es aber mit Naturköder probieren und ich wählte die Wasserkugel mit einem 1,50 m langen Vorfach und sechser Einzelhaken mit Hornhechtfetzen. Direkt nach dem ersten Wurf taucht die Kugel ab und zieht zur Seite. Ich warte noch einen Augenblick und setze den Anhieb. Der Fisch hängt, aber nach kurzem Drill verabschiedet er sich wieder. Egal! Neu beködert und ausgeworfen und es passierte ... nichts mehr! Gerald hingegen konnte noch einige Bisse verwerten und ich breche nach einer Stunde den Versuch mit der Wasserkugel und Fischfetzen ab und baue wieder um. An diesem Tag wollten die „Alulatten“ nur schnell geführte Köder.

Nach gut sieben Stunden, einem ordentlichen Sonnenbrand, 14 tollen Fischen für die Küche sowie diversen kleineren Hornies, die wieder schwimmen durften, beschlossen wir den Angeltag zu beenden und fuhren wieder in den Hafen. Es war mal wieder ein toller Tag auf der Ostsee und ich kann mich nur bei Gerald für die Einladung auf die „Blue Guardian“ bedanken!

Tight lines
André mit Gerald