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15.07.2014

Sensationsfang: Stör aus der Weser

Es war letzten Samstag, als mein bester Angelfreund Robert Nierychlok und ich den Weseraalen nachstellen wollten. Bereits gegen 20.30 Uhr hatten wir unsere Ruten montiert und schon im Wasser. Während Robert eine ganz normale Grundmontage mit Tiroler Hölz fischte, wählte ich anstatt eines Bleis einen geschlossenen Futterkorb, den ich mit Hybrid Chewies mit Halibut-Aroma füllte. Ich muss dazu sagen, dass der Wels in der Weser immer stärker im kommen ist und insgeheim hoffte ich natürlich auch auf so einen netten "Beifang".

Es dauerte auch gar nicht lange, da zog Robert schon um kurz nach 21 Uhr die erste Strippe an Land. Vielleicht wäre es noch ganz nett, zu erwähnen, dass er seit Jahren wirklich jedes Mal mehr Glück hat als ich, wenn wir beide den Aalen nachstellen ... Als er dann um kurz nach zehn den ersten maßigen Aal fing, dachte ich, dass es mal wieder schlecht für mich ausgehen wird.

Doch was dann geschah, war unglaublich: um 23.30 Uhr neigte sich nun auch meine Rutenspitze endlich gen Wasser und nach erfolgreichem Anhieb habe ich sofort gewusst, dass dies kein Aal sein konnte. Also doch der erhoffte Wels? Weit gefehlt! Als kurze Zeit später nach heftigem Drill der Fisch das erste Mal an die Oberfläche kam, konnten wir noch nicht erkennen, um was es sich handelt, aber als wir dann unsere Kopflampen anmachten und Richtung Fisch leuchteten, blieb uns fast die Sprache weg - denn es kam statt eines Welses ein Stör an die Oberfläche und das aus der Weser! Dieser Fisch gilt bei uns quasi seit knapp 100 Jahren als ausgestorben und der letzte datierte Stör aus der Weser beläuft sich auf das Jahr 1920 zurück, damals hatte ein Berufsfischer den im Netz!
Ich war selbstverständlich absolut von den Socken und total überwältigt, dass gerade ich den ersten Stör seit knapp 100 Jahren an Land zog. Ich hatte ja wirklich mit allem gerechnet, aber damit nun wirklich nicht. Es ist bestimmt unwahrscheinlich, dass der Fisch den weiten Weg von der Nordsee bis zu geschwommen ist, aber möglich wäre es!

Nach einer schnellen Fotosession und kurzem Vermessen durfte der Fisch selbstverständlich sofort wieder ins Wasser zurück. Insgesamt zeigte das Maßband 91 Zentimeter bei geschätzten vier Kilogramm Gewicht an.

Daniel Frank
Quantum-Teamangler