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22.10.2010

Jetzt ist Barbenzeit

Jetzt ist Barbenzeit
 
Der Herbst läßt die Blätter der Bäume gelb und die Nächte werden kälter. Mit den ersten kalten Nächten sinkt die Wassertemperatur und für die Fische ist dies das Signal, sich noch einmal richtig voll zu fressen und Reserven für den Winter aufzubauen. Insbesondere die großen Rheinbarben fangen jetzt richtig an zu fressen und lassen sich hervorragend fangen.
 
Meine erste Wahl zum gezielten Barbenfang ist die Feederrute. Diese ist in Verbindung mit der richtigen Montage perfekt geeignet, um auch größere Exemplare sicher landen zu können. Ich verwende bevorzugt die King Feeder von Browning. Diese Rute hat genug Rückgrat, um auch größte Fische ausdrillen zu können, ist aber gleichzeitig weich genug, um die Fische in der heißen Endphase des Drills nicht ausschlitzen zu lassen. Da in der Regel im Nahbereich bis 25m direkt vor der Steinpackung gefeedert wird, kommt monofile 0,26er Feederschnur auf die Rolle. Diese speziell beschichtete Schnur ist sehr abriebfest, was gerade beim Angeln vor der Steinpackung extrem wichtig ist, und hat eine geringe Dehnung, was die Bissanzeige vereinfacht. Die eigentliche Feedermontage besteht aus einem 60cm langen Stück Powergum. Darauf gleitet in einem Ledgerbead der Futterkorb. Das Powergum federt die Fluchten und Schläge der Barbe im Drill optimal ab. Außerdem ist es steifer als die Schnur auf der Rolle und beugt dadurch Verwicklungen beim Auswerfen der Montage vor.
 
Vorfächer und Haken dürfen keinesfalls unterdimensioniert sein. Während im Sommer ein 0,16er oder 0,18er Vorfach häufig ausreicht, ist damit jetzt kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Vorfächer zwischen 0,20 und 0,25 mm in 120 cm Länge sind meine erste Wahl. Dazu kommen natürlich robuste Feederhaken. Ist der Haken zu dünndrähtig, biegt er schnell auf, was einen Fischverlust zur Folge hat. Auf dem Haken werden 4 bis 5 Maden angeboten. Die verwendeten Futterkörbe sind aus Kunststoff oder Edelstahl und je nach Strömung zwischen 100 und 200g schwer.
 
Mit das Wichtigste beim Feedern ist natürlich das Futter. Ein Futter zum Barbenfeedern sollte von grober Struktur sein und viele Partikel beinhalten, um die Fische am Platz zu halten. Ist das Futter zu fein, ziehen die Fische schnell weiter. Außerdem darf es nicht zu stark kleben, da es sich sonst nicht aus dem Futterkorb lösen würde. Da Barben verrückt nach Käse sind, ist ein nach Käse riechendes Futter ideal. Ich verwende Easy Cheesy von Browning. Dieses Futter riecht stark nach Käse aber, ist nicht zu aufdringlich. Das kommt dadurch, das keine künstlichen Aromen verwendet werden, sondern ausschließlich richtiger Käse im Futter vorhanden ist.
 
Durch die Zugabe von Wasser lässt sich die Klebkraft sehr gut steuern. Viel Wasser ergibt ein stark klebendes Futter, wie es die Stipper benötigen. Ich füge 25% M7 bei (lockert das Futter auf) und rühre es nicht zu nass an. So entsteht das ideale Feederfutter. Keinesfalls dürfen Maden in unserem Feederfutter fehlen. Auf 2kg Fertigfutter kommt ein halber Liter Maden.
 
Ideal ist es, vor der Steinpackung zu feedern. Dort ist der Grund meist kiesig oder sandig und die Gefahr eines Hängers verhältnismäßig niedrig. Die Barben ziehen diese Kanten regelmäßig ab und sollten innerhalb nicht zu langer Zeit unser Futter finden. Trotz der teilweise rasanten Fluchten der Barben verzichte ich nicht darauf die Schnur im Schnurclip zu fixieren, denn es ist sehr wichtig, genau in der Futterspur zu angeln. Um dem Verlust zu ungestümer Barben vorzubeugen kurbele ich direkt nach dem Eintauchen des Futterkorbs drei Kurbelumdrehungen mit der Rolle ein und verschaffe mir so einen Puffer von 3m.
 
Beim Auswerfen empfiehlt es sich den Korb ungefähr auf 11 Uhr einzuwerfen. Bleibt er auf 1 Uhr liegen, ist das Gewicht des Futterkorbs richtig gewählt. Durch kurzes Anheben der Rute kann der Futterkorb ein Stück weiter versetzt und die Futterspur abgefischt werden. Zu Beginn verwende ich in der Regel einen etwas größeren Korb. So wird der Futterplatz schneller aufgebaut. Nach etwa einer Stunde kann auf ein kleineres Modell gewechselt werden. Beißen die Fische gut, kann auch mit dem großen Korb durchgeangelt werden. Wichtig ist das regelmäßige Wiederbefüllen des Korbs. Zu Beginn alle zwei, später maximal alle fünf  Minuten sollte der Korb herausgeholt und befüllt wieder eingeworfen werden.
 
Bleiben die Bisse aus, ist eine rote Gummimade in Kombination mit dei lebenden Maden häufig der Schlüssel zum Erfolg. Außerdem hat sich das Dippen des Hakenköders mit einem speziellen Knoblauch-Dipp als sehr Erfolg versprechend erwiesen. Ihr Kai Chaluppa